Beim Schneeschippen effektiv und rückenschonend vorgehen

Es ist wieder soweit! Der Winter ist da und bringt uns die herrliche weiße Pracht. Die Kinder bauen Schneemänner und machen Engelfiguren in den frischen Pulverschnee. Für einige Hauseigentümer und Vermieter bedeutet die Schneedecke jedoch jede Menge Frühsport. Frühmorgendliches Schneeschippen ist wieder angesagt! Die Kälte in Verbindung mit der harten und ungewohnten Arbeit kann schon mal in die Knochen gehen und wird vor allem für ältere Menschen zur Tortur. Dieser Artikel gibt nützliche Tipps wie man dem Schnee effizient beikommt und möglichst ohne selbst Schäden davon zu tragen.

Manch einer mag die weiße Decke schön finden. Wer jedoch Gehwege auf seinem Grundstück nicht vom Schnee befreit begeht eine Ordnungswidrigkeit. In der Regel liegt die Pflicht des Schneeschippens bei dem Vermieter. Dieser kann den privaten Winterdienst jedoch auf den Mieter abwälzen, wenn er es vertraglich so regelt. Damit diese Verkehrssicherheitspflicht erfüllt ist, müssen Gehwege auf dem privaten Grundstück vom Schnee befreit werden. Als Faustregel gilt, dass der Zugang zum Haus und andere Gehwege auf dem Grundstück von sieben Uhr morgens bis acht Uhr abends, sieben Tage die Woche gegeben sein muss. Es existiert keine bundesweite Einheitsregelung, daher sollte man die Gesetzgebung seiner Gemeinde beachten.

Auf was sollte man also beim Schneeschaufeln beachten?

Die erste Frage, welche man sich stellen muss ist das Werkzeug. Bei überschaubaren Gehwegflächen ist eine Schaufel für 30 bis 40 Euro ausreichend. Es gibt Schaufeln aus Holz, Kunststoff oder Metall. Das Schneeschippen mit Holz- oder Kunststoffschaufeln hat den Vorteil, dass es leichter von der Hand geht. Vor allem Kunststoff hat ein wesentlich geringeres Gewicht im Vergleich zu einer Metallschaufel. Der Nachteil von Holzschaufeln ist, dass sie nicht sehr langlebig sind und leicht splittern können. Da ist eine Metallschaufel schon sehr viel robuster und vor allem für vereiste Flächen äußerst nützlich. Da man das Eis mit der Metallkante aufhacken kann. Je schwerer die Schaufel jedoch, desto mehr wird der Rücken belastet. Es lohnt sich also auf eine leichtere Variante zu setzen wenn man in einer schneereichen Region wohnt, bei der häufiges Schneeschippen angesagt ist.

Bevor man sich aber in die Eiseskälte wagt, ist es wichtig sich aufzuwärmen. Kälte in Kombination mit starker Belastung kann unserem Körper erheblichen Schaden zufügen. Also, warum nicht einige Übungen machen, welche den ganzen Körper beanspruchen, und die Muskeln für das Schneeschippen vorbereiten. Das können zum Beispiel einfache Dehnübungen sein. Wer seinem Rücken was richtig Gutes tun will, kann das Schneeschippen auch gerade zum Anlass nehmen zuvor einige Rückenübungen zu machen.

Eine korrekte Haltung ist das wichtigste Element beim rückenschonenden Schneeschippen.

Zunächst sollte man sich vergewissern, dass der Stil der Schaufel genügend lang ist, damit man sich nicht allzu sehr beugen muss. Die Knie können leicht gebeugt werden, der Rücken jedoch sollte nie mehr als 10 Grad vorgebeugt werden. Heutzutage kann man sogar ergonomisch Schneeschippen. Es gibt ergonomische, also gebeugte, Griffe, welche es einem erleichtern eine bequeme und rückenfreundliche Haltung einzunehmen. Platzieren Sie Ihre Hände ein gutes Stück auseinander um eine effiziente Hebelwirkung zu erzielen. Gehen Sie beim Schneeschippen in die Schrittstellung und verlagern Sie ihr Körpergewicht auf das vordere Bein. Halten Sie Ihren Rücken, wenn immer möglich, gerade.

Außerdem gilt es die Bewegung korrekt auszuführen. Es ist wichtig seitliche Schaufelbewegungen zu vermeiden.

Die schwere Ladung, in Kombination mit der ungewohnten seitlichen Bewegung, belastet den Rücken immens. Der untere Rücken ist der schwächste Bereich beim Schneeschippen und besondere Vorsicht ist Geboten um einer möglichen Muskelzerrung oder gar Wirbelsäulenverletzungen zu entgehen. Es kann außerdem hilfreich sein den Schnee nicht zu heben sondern lediglich wegzuschieben. Dies verbraucht weniger Energie und schont den Rücken. Wenn Sie die Schneemasse aufheben müssen empfiehlt es sich in die Hocke zu gehen. Die Knie beugen, aber den Rücken schön gerade halten und die Kraft der Beine nutzen um die Bewegung auszuführen. Dieses Vorgehen hilft Ihnen übrigens, Ihren Rücken zu schonen, wann immer Sie etwas aufheben müssen. Zudem dankt es Ihnen Ihr Rücken, wenn Sie wenig Schnee auf einmal wegschippen und eher einmal mehr laufen. Eine Schaufel, vollgeladen mit nassem Schnee, kann gut und gerne 15 Kilogramm wiegen. Vielleicht wollen Sie lieber eine kleinere Schaufel anschaffen um zu vermeiden Unmengen von Schnee aufzuladen und Ihren Rücken zu überlasten. Weiter sind gelegentliche Pausen und Stretching sinnvoll, damit man am nächsten Tag nicht mit Muskelkater aufwacht.

Für ältere Menschen bedeutet der alljährliche Schneefall eher Unangenehmes.

Die Straßen sind glatt und man läuft dauernd Gefahr auszurutschen, sich zu erkälten und dann muss man auch noch in der Eiseskälte die weiße Pracht vom Gehweg entfernen. Das Schneeschieben ist für Sie sehr anstrengend und die Belastung in der Kälte auch nichtgerade gesund. Ärzte raten älteren Menschen sogar den Winterdienst gänzlich zu delegieren. Einerseits belastet Schneeschippen die Rückenmuskulatur, andererseits bringt die Anstrengung in Kombination mit der Kälte ein Risiko für das Herz. Da Herzprobleme bei älteren Menschen häufiger auftreten bedeutet dies natürlich auch ein erhöhtes Risiko. Es lohnt sich also, vor allem für ältere Menschen, sich zu überlegen eventuelle motorisierte Geräte anzuschaffen oder die Arbeit zu delegieren. Das Wegschaufeln vom Schnee wird erheblich leichter, wenn man sogenannte Schneeschleudern benutzt, welche einem die Einfahrt im Handumdrehen Freiräumen. Eine nette Geste wäre es auch einem älteren Nachbarn auszuhelfen.

Schließlich kann einem niemand die unschöne Seite des Winters erleichtern. Das Aufstehen im Morgengrauen und das Schneeschippen gehört zum Winter wie Staus auf der zugeschneiten Autobahn. Wenn man nicht für allfällige Unfälle auf seinem Grundstück haftbar gemacht werden will, heißt es also, an die Schaufeln und los! Es lohnt sich definitiv, sich anfangs der Wintersaison mit gutem Material auszurüsten. Die Arbeit konzentriert und bewusst zu erledigen und seinem Rücken Sorge zu tragen. Warum nicht ein guter Nachbar sein, einige Minuten opfern, und dem älteren Nachbar zur Hand zu gehen?

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