Manuell, Benzin- oder Elektro-Schneefräsen Einsatzgebiete und Grenzen

Wenn man genug vom Schneeschippen hat, überlegt man sich vielleicht eine manuelle, benzinbetriebene oder elektrische Schneefräse zu kaufen. Wie eine herkömmliche Schneeschaufel, wird sie mit Muskelkraft voran getrieben. Ihr theoretischer Vorteil liegt jedoch in der Förderschnecke aus Kunststoff. Anders als bei der Schneeschaufel, führt die manuelle Schneefräse den Schnee bereits beim Schieben auf die Seite. Dies ist kraftsparender und effizienter. Die Räumbreite ist je nach Modell bei ungefähr 57 Zentimetern und ihr Gewicht um die fünf Kilogramm. Ihr klappbarer Doppelschubbügel erlaubt einfaches Verstauen aber auch eine rückenschonende Haltung beim Schneeschieben im Winter. Dieses Gerät ist eine Zwischenlösung zwischen Schneeschaufeln, Schneewannen und motorisierten Schneefräsen. Sie ist jedoch nur bei wenig Schnee brauchbar und die Vorrichtung erlaubt nur ein nach rechts Schieben des Schnees. Zudem sollte die Fläche, wie beim manuellen Schneeschippen nicht allzu groß sein. Ihr Vorteil liegt im Preis von ca. 30 Euro.

Elektro Schneefräsen kann man bereits für 100 Euro bekommen. Beim Kauf sollte man Vorsicht walten zu lassen.

Angeboten werden zum Beispiel Maschinen mit 1600 Watt Motor, 40 Zentimeter Räumbreite, 16 Zentimeter Einzugshöhe und einer Wurfweite von ca. vier Metern. Diese Angaben lassen den Schluss zu, dass es so eine elektrische Schneefräse nur mit wenig und leichtem Schnee aufnehmen kann. Die Motorenleistung ist die Quintessenz schlechthin bei Fräsen und bestimmt über ihren Erfolg. Im Test schneiden Elektrofräsen meistens schwächer ab als mit Benzin betriebene. Auch andere elektrische Modelle können nur maximal 30 Zentimeter Schneehöhe wegfräsen. Dies bedingt durch die 2000 Watt begrenzte Leistung des Motors. Um die nötige Leistung zu erhalten sollte man ein Augenmerk auf den Motor legen und wenn möglich auf Akkus verzichten. Sie bringen sogar im Sommer Probleme. Weiter ist das Ladekabel hinderlich im Gebrauch und birgt auch ein Sicherheitsproblem. So nahe bei Feuchtigkeit und Wasser mit Strom zu hantieren stellt definitiv eine Gefahrenquelle dar. Es sollte wenigstens genügend lang sein, damit man ungehindert die ganze Fläche bearbeiten kann. Positiv an der elektrischen Schneefräse ist ihre kompakte Form und Leichtigkeit. Sie ist relativ leise im Vergleich zu 2-Takt-Benzinmotoren und um einiges günstiger. Der elektrische Startvorgang von Vorteil und lässt einem auch bei den ärgsten Minustemperaturen nicht im Stich.

Es existiert noch ein Mittelweg zwischen reinen Elektrofräsen und benzinetriebenen Geräten.

Der Schneeschleuder Hersteller Honda hat sich mit Hybridgeräten einen Namen gemacht. Hybridschneefräsen haben einen Benzinmotor der ausschließlich die Fräse betreibt sowie Elektromotoren, die den Raupenantrieb versorgen. Somit wird die Räumleistung erhöht, da die ganze Kraft auf die Walze fokussiert wird. Ein weiteres Merkmal ist die verringerte Lautstärke. Als Kunde kann dies ein ausschlaggebendes Kriterium sein, da man ja schließlich seinen Nachbarn nicht unbedingt in den frühen Morgenstunden aufwecken möchte. Die HSS 1380i Hybrid bekommt man für in etwa 7.400 Euro. Nicht gerade ein Schnäppchen, jedoch hat das Kraftpaket eine Räumkapazität von 60 Tonnen pro Stunde und eine Auswurfweite von 17 Metern. Die Räumbreite/-Höhe liegt bei 81, respektive 51 Zentimetern. Die unabhängig voneinander antreibenden Elektromotoren sorgen für eine perfekte Handhabung. Ob vorwärts oder rückwärts, man verspürt keine Mühe mit dieser Schneeschleuder. Sie nutzt den Vorteil des Elektrostarts und die Kraft des Benzinmotors für eine optimale Leistung. Die Daten lassen es erahnen, dass dieses Gerät für den einfachen Vorgarten zu ausgefallen ist.

Entscheidet man sich für die benzinbetriebene Variante gilt es einige Kriterien zu beachten.

Auch Benziner können in ihrem Leistungsvermögen stark variieren und nicht alle eignen sich für die gleichen Einsatzgebiete. Zuerst entscheidet man sich für entweder eine ein- oder zweistufige Maschine.

  • Bei der 1-stufigen Variante wird der Schnee in einem Arbeitsschritt aufgefangen und durch den Auswurfkanal ausgeworfen. Der Platz wird besenrein vom Schnee befreit. Sie eignen sich vor allem für kleinere Plätze und bei wenig Schneefall, da ihre Leistungsfähigkeit der 2-stufigen Schneefräse unterlegen ist.
  • Die zweistufige Variante räumt den Schnee in zwei Arbeitsschritten weg. Die gezahnte Schnecke fängt den Schnee auf und befördert ihn in den Auswurfkanal. Der Schnee wird zerkleinert und ein Gebläse schleudert den Schnee dann im hohen Bogen auf die Seite. Das Gerät läuft zudem auf Kufen, welche einen Rest Schnee zurück lassen. Diese so genannte Weißräumung kann so stehen gelassen werden oder später von Hand besenrein geputzt werden. Oft kann man die Höhe der Kufen individuell an seine Bedürfnisse anpassen. 2-stufige Modelle sind bekannt für ihre kraftvollen Motoren und effiziente Arbeitsleistung. Da sie die Möglichkeit haben Schnee und Eis weit weg zu blasen, können große Flächen schnell und mühelos geräumt werden. Grundsätzlich lohnt sich die Anschaffung dieses Typs bei dichtem und hartgefrorenem Schnee.

Entscheidet man sich für die zweistufigen Geräte gilt es weitere Kriterien unter die Lupe zu nehmen.

  • Das wohl wichtigste Kriterium ist die Motorenleistung. Für den privaten Gebrauch erhält man eine zufriedenstellende Leistung ab ungefähr vier Kilowattstunden. Seit über 100 Jahren ist die Marke Briggs & Stratton eine vertrauenswürdige Manufaktur von Hochleistungsmotoren. Sie werden gerne in Schneeschleudern implementiert und stehen für gute Qualität.
  • Es gibt Einsteigermodelle welche 37 Tonnen pro Stunde schaffen. Andere sind mit 29 Tonnen pro Stunde speziell für tiefer gelegene Regionen entwickelt.
  • Das Leistungsspektrum der Arbeitsbreiten reicht von 50 – 110 cm. Hier kann man sich auch überlegen wie breit die Räumbreite maximal sein darf, damit man beim Schneefräsen nirgends aneckt. Bei verwinkelten Wegen entscheidet man sich besser für eine schmale Räumbreite.
  • Je höher die Wurfweite ist desto einfacher ist es den Schnee exakt dort zu platzieren wo man ihn haben möchte. Weiter gibt es die Möglichkeit Modelle mit einer Verstellbarkeit der Wurfweite zu kaufen. Dies erlaubt wiederum ein exaktes platzieren und eine Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten.

Benzin-Schneefräsen kommen teils mit einem Elektrostarter. Das bedeutet, dass man diese Modelle einerseits durch den normalen Handstart, wie auch durch Knopfdruck starten kann. Mit dieser Smartmechanik wird auch der allfällige Nachteil zu Elektromaschinen ausgemerzt.

Die Handhabung der Schneefräse kann durch verschiedene Elemente vereinfacht werden.

Zum Beispiel können die Geräte mit variabler Antriebsgeschwindigkeit und diversen Geschwindigkeitsgängen geordert werden. Das Gleiche gilt für die Regelung der Rotationsgeschwindigkeit der Fräswalze. Das sogenannte Power-steering unterstützt präzises Manövrieren und ist einfach in der Handhabung. Die Servolenkung minimiert den eigenen Kraftaufwand. Meistens ist ein Radantrieb ausreichend und er erlaubt zudem schnelle Richtungswechsel. Mit einem Raupenantrieb jedoch ist die Traktion ständig gewährleistet. Weitere optionale Ausstattung können Scheinwerfer oder Griffheizung sein. Um auch die negativen Seiten der benzinbetriebenen Schneeschleuder anzusprechen, muss der Benzinverbrauch und der Lärm genannt werden. Zusätzlich kostet ein Benziner auch wesentlich mehr als Elektro Schneefräsen.

Für welche Einsatzgebiete sind die unterschiedlichen Antriebsarten geeignet?

  1. Die manuelle Fräse ist gut für kleine Arbeiten rund um Haus und Hof. Sie erfüllt ihren Zweck nur bei wenig Schneefall und wenn der Schnee noch frisch und leicht ist.
  2. Die benzinbetriebene Schneeschleuder wiederum kann je nach Modell jede Arbeit zur Zufriedenheit erledigen. Die Maschinen im unteren Preissegment sind für mäßigen Schneefall konzipiert. Sie können jedoch auch schweren Schnee wegblasen. Das mittlere Segment bringt leistungsstärkere Geräte hervor, welche in schneereichen Regionen eingesetzt werden und im privaten Sektor völlig überzeugen. Das oberste Segment rentiert sich nur für den gewerblichen oder semi-professionellen Gebrauch.
  3. Die Elektro Schneefräse überzeugt bei mäßigem Schneefall und kleineren Arbeiten. Auch sie tut sich schwer mit schwerem Schnee oder vereisten Stellen.

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